„Sind große Prüfungen das Vorrecht großer Naturen? Er hätte gerne daran geglaubt, aber es ist nicht richtig, denn auch die simpelsten nervösen Naturen haben ihre Krisen.“
so ich also wieder grundlos ins grundlose abgesackt, vergeblich ins vergebliche. vergebt mir doch! aber gibt es denn etwas zu vergeben?
wenn man doch mal daran glaubt, so zum spaß bloß, dass mühen sich auszahlen, dass es schulden wirklich gebe und dass man auf ein gewisses maß an gegenleistung für die erlittenen angstzustände einen anspruch bei irgendwem einklagen könnte, und wenn sich dann nach einem solchen tag voller echter arbeitsamkeit nichts gegenwendiges einfügt – dann wird man, ich jetzt gerade, so dermaßen lustig vor die verlustigkeit der eigenen falschen gutgläubigkeit hingestellt, dass man als zweiten verlust auch noch den der krise überhaupt ertragen muss: sie hatten die vergeblichkeit meines gebens mir schon vergeben. es ist so, wie es ist, irgendwie, immer, schade, aber nicht meine schuld, das wissen alle, es ist so etwas wie schicksal eher. keine krise nötig, kein weltenbruch, kein weinen, auch wenn man es gern würde. deshalb der verlustigkeit trotzen wollen: musil lesen, immer diesen selben abschnitt, festhaltestelle.
„So blieb ihm eigentlich nur in der großen Erschütterung jener Rest von Unerschütterlichkeit übrig, den alle Helden und Verbrecher besitzen, es ist nicht Mut, es ist nicht Wille, es ist keine Zuversicht, sondern einfach ein zähes Festhalten an sich, das sich so schwer austreiben läßt wie das Leben aus einer Katze, selbst wenn sie von den Hunden schon ganz zerfleischt ist.“
jener rest von unerschütterlichkeit ist wohl das einsamste und kleinste, was sich überhaupt ausgraben lässt dort in mir. so lasst mir doch wenigstens die schlangenkahlen baumstämme als stumme zeugen dessen, was ich den ganzen tag in harter angstarbeit erleistet erlitten hatte.
„[…] aber er trat fest auf den Weg und ging verhältnismäßig zufrieden in sein Haus zurück, denn wenn etwas für ihn aufbewahrt war, so mußte es etwas ganz anderes sein.“
was tut ein mensch, dem alles geschenkte nur sachen sind? „kein ding.“ – „nicht deine schuld.“ – „wo das wort gebricht.“ – „tut nichts zur sache.“ so denkt man dann.