da überstolperte es sie ein wenig, denn so ganz hatte sie sich auf die kunst ja auch nie verlassen wollen. weshalb nur? drohte etwa wieder ein elfseitiger absturz?
sie überlegte also, ob nicht vieles dafür spräche, wenn man es nun aus dieser alleinigen auf-sich-selbst-zurückgeworfenen, ja wirklich: geworfenen, das hieß hier gerade vor allem: von ihm ihr vorgeworfenen, richtung des strengen blicks einmal so betrachtete, dass das ewig mediierende vehikel vielleicht wirklich nur vehikel sein könnte, das zwar manchmal, klar, lustige loopings riskierte, die man dann, wenn man das adrenalistische wirkliche leben spüren wollte, todesangst, lebendigkeitsangst, eben auf den engen schienen dieser schleifen, durch zentrifugalkräfte, die übrigens sehr viel fundamentaler, das heißt: grundlegender, gründegebender, wirken als gewöhnliche gravitationen, fest verwurzelt, verankert im sicheren wissen, dass der nächste fahrtwind alles danebige fix davontragen würde, in totaler verausgabung und hyperbolischer riskanz mitmachen könnte, das aber im zuge dieser absoluten selbstüberschätzung manchmal auch hinterrücks nodifikationen hervorbrachte, wie zum beispiel gerade hier gut sichtbar für das ganze total humane publikum diese denkfaul müde spielautomatisch [Sie wird von einem „Pling“ und einem Krach im Präsens unterbrochen.] generierten neologismen. achterbahn, dachte sie, und ihr wurde übel, als sie sich in schleifen so verschliff.
[Auf der anderen Seite findet offenbar eine Art Jubiläum statt. Etwas Freude sickert von dort herüber und schlägt Schallwellen in mir. Sie spricht unbeirrt weiter:]
dass es bisher immer gutgegangen war, und dass es auch danach immer noch gutgehen würde: das war das eine unglaubliche phantastikum. offenbar, darauf wiesen alle kompanten und atlanten hin, würde, nein, wird es aber sogar noch besser gegangen sein. wie soll man da nicht schwach werden, ehrlich schwach? wie soll man da nicht schweigend vor dem weihnachtsbaum sitzen mit all den schweigenden eltern und schwestern und sich eigentlich lustig präsentieren und dann aber innen ganz ernst fühlen, dass man hier nun wirklich eher selbst das geschenk sei, das größte weihnachtswunder überhaupt, dass all dieser pathetische kitsch, der ganze vergangene liebeskummer zum beispiel, den sie, mit mir an ihrer seite, schon einmal oder mehrmals versucht hatte, ins lächerliche zu zerren, wobei er sich ja immer erstaunlich widerspenstig gebärdet hatte, obwohl ich ihr so aufrichtig beistand, dass all dieser pathetische kitsch der wiederholung, dass all dieser kitsch nur die fluoreszierende hülle des eigentlich seit jahrtausenden konstant stetig strömenden urgelichts gewesen sei? und wie soll man dann, angesichts all der glücklichen gesichter der kinder des lichts im rückspiegel, sich nicht wünschen können, dass das gelicht auch die anderen, die ja eigentlich vor allem die unseren sind, eines tages erreiche?
das besann sie, und ich, tarnbekappt, stand ihr bei.